„Verheizen wäre das Schlimmste“

Studiengebühren dürfen nur für eine bessere Lehre ausgegeben werden, sagt Studi-Vertreter Konstantin Bender

taz nrw, 29.06.2007 S. 2

Interview taz nrw

taz: Herr Bender, die meisten Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben inzwischen Studiengebühren eingeführt. Wofür sollte das Geld verwendet werden? Konstantin Bender: Grundsätzlich halten wir Studiengebühren für den falschen Weg, die Hochschulen zu finanzieren. Wenn sie doch erhoben werden, darf damit nur die Lehre verbessert werden. So ist es auch im Gesetz vorgeschrieben. Es dürfen jedenfalls keine … Weiterlesen

Loveparade ist nicht zu bremsen

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bleibt im Preisstreit mit der Bahn hart: Für Großevents stehe Konkurrenz bereit

taz nrw, 28.06.2007 S. 2

taz nrw

Zur Loveparade, die Ende August in Essen stattfindet, sollen auf jeden Fall Sonderzüge fahren. Wenn sich die Bahn verweigere, werde der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eben die Konkurrenz beauftragen, sagte VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik der taz. „Wir haben Aussagen von Wettbewerbern, die gerne einspringen würden.“ Die Bahn hatte zuvor gedroht, jeden fünften Zug im VRR zu streichen und … Weiterlesen

Hochschulen drehen am Rat

Nach dem Fall Gertrud Höhler wächst die Unsicherheit an den Hochschulen, wie die neuen Hochschulräte besetzt werden sollen. Die Opposition befürchtet Kungelei an den Hochschulen

taz nrw, 27.06.2007 S. 2

taz nrw

Mit dem Skandal um Gertrud Höhler lebt der Streit um die neuen Hochschulräte in Nordrhein-Westfalen wieder auf. „Aufgrund der Erfahrungen in Paderborn werden wir die Kandidaten gut prüfen“, sagte ein Uni-Sprecher der taz. An den meisten Unis und FHs steht die Besetzung des Hochschulrates – künftig das mächtigste Gremium einer Hochschule, das wie ein Aufsichtsrat … Weiterlesen

Minister bei Kunsthochschulen

taz nrw, 26.06.2007 S. 1

Meldung taz nrw

NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) stattet den sieben Kunst- und Musikhochschulen des Landes in den kommenden drei Wochen einen Besuch ab, um für das neue Kunsthochschulgesetz zu werben. Künstlerische Ausbildung brauche eine eigene rechtliche Grundlage, so der Minister. Die Eckpunkte für das Gesetz würden derzeit erarbeitet, das Gesetz solle nächstes Jahr in Kraft treten.

„Ein sehr effizienter Herrscher“

Herodes der Große war kein kindermordender Despot, sagt Linda-Marie Günther, Geschichtsprofessorin an der Ruhr-Uni Bochum. Eine "Herodes-Konferenz" in Bochum soll nächste Woche das Wirken des jüdischen Königs erforschen

taz nrw, 21.06.2007 S. 4

Interview taz nrw

taz: Frau Günther, Sie veranstalten am 29. Juni in Bochum die 2. Herodes-Konferenz. Kürzlich will der israelische Archäologe Ehud Netzer das Grab des Königs in der Nähe von Jerusalem gefunden haben. Ändert das Ihr Bild von Herodes? Linda-Marie Günther: Überhaupt nicht. Flavius Josephus hat den Tod und die Bestattung von Herodes in dessen Festung Herodeion … Weiterlesen

Römer-Mosaik wird restauriert

taz nrw, 21.06.2007 S. 4

Meldung taz nrw

Das antike Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum in Köln, das der Orkan „Kyrill“ im Januar beschädigt hatte, wird restauriert. Drei Experten des Istituto Centrale del Restauro in Rom und der Fachhochschule Erfurt haben mit der Wiederherstellung begonnen, teilte das Museum mit. Die Sturmschäden seien größer als angenommen, sagt Direktor Hansgerd Hellenkemper. Er sprach von einem „siebenstelligen“ … Weiterlesen

Fliegende Alarmanlage der Nato

Der Nato-Flugplatz Geilenkirchen feiert am Wochenende Geburtstag. Vor 25 Jahren starteten von dort erstmals Awacs-Flugzeuge zur Überwachung des Luftraums. Auch nach Auflösung des Warschauer Pakts sind die Maschinen mit dem Radar auf dem Buckel noch im Einsatz: bei Großereignissen wie der WM, aber auch bei Kriegseinsätzen der Nato

taz nrw, 15.06.2007 S. 3

taz nrw

Wäre da nicht dieses pilzförmige Ding, die Maschinen auf dem Flugplatz Geilenkirchen würden gar nicht weiter auffallen. Vor 25 Jahren landeten die Maschinen mit dem markanten Aufsatz zum ersten Mal auf dem Flugplatz nördlich von Aachen, den die Nato gerade von der Bundeswehr übernommen hatte. Ihre Spezialität: Mit dem riesigen Radarschirm können sie feindliche Flugzeuge … Weiterlesen

Zahl der Studierenden sinkt

taz nrw, 05.06.2007 S. 1

Meldung taz nrw

Knapp 399.000 Studierende und damit 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr sind in diesem Sommersemester an NRW-Hochschulen eingeschrieben. Das teilte Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gestern in Düsseldorf mit. Warnungen der Opposition vor einem dramatischen Rückgang der Studierendenzahlen seien damit als „unseriös“ entlarvt, sagte Pinkwart. Zugleich räumte er aber ein, dass die neuen Studiengebühren zu einem … Weiterlesen

Teure Warteschleife

NRW-Justiz räumt "Prüfungsstau" bei Jura-Examen ein. Kandidaten sollen trotzdem Studiengebühren zahlen

taz nrw, 01.06.2007 S. 2

taz nrw

Die NRW-Juristen haben Schwierigkeiten mit der Ausbildung ihres Nachwuchses. Das Justizprüfungsamt Köln, das als eines von drei Ämtern in Nordrhein-Westfalen die erste juristische Staatsprüfung abnimmt, hat jetzt offiziell einen „Prüfungsstau“ eingeräumt. Derzeit müssten noch 275 Examenskandidaten, die sich vor einem Jahr angemeldet hatten, auf ihre Prüfung warten. Auch bei den Ämtern in Düsseldorf und Hamm … Weiterlesen

Das Kulturelle ist politisch

Das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen soll sich stärker in politische Debatten einmischen, fordert Claus Leggewie, der im Juli neuer Direktor des Instituts wird. Die Landesregierung sieht das KWI als das Wissenschaftskolleg von Nordrhein-Westfalen

taz nrw, 31.05.2007 S. 4

taz nrw

Vom Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen dürfte man bald mehr hören. Denn im Juli bekommt das KWI einen neuen Direktor: Claus Leggewie. Der Politikwissenschaftler, der zur Zeit noch an der Uni Gießen lehrt, mischt sich seit Jahren – nicht zuletzt in der taz – in aktuelle Debatten ein. Sei es zur Rolle von Religionen in … Weiterlesen

Schrittmacher wird MRT-tauglich

taz nrw, 31.05.2007 S. 4

Meldung taz nrw

An der Uniklinik Bonn sind erstmals Herzschrittmacher implantiert worden, die auch in Magnetresonanz-Tomographen (MRT) störungsfrei funktionieren. Im Rahmen einer internationalen Studie wird die neue Technik an weltweit zwanzig Patienten getestet, fünf davon werden an der Uniklinik Bonn behandelt. Bislang können Magnetresonanz-Tomographen nicht bei Patienten mit Herzschrittmacher eingesetzt werden, weil die dabei auftretenden elektromagnetischen Felder die … Weiterlesen

Mit Bienenharz gegen Krebs

taz nrw, 31.05.2007 S. 4

Meldung taz nrw

Aus Bienenharz lässt sich möglicherweise ein Wirkstoff gegen Krebs gewinnen. Forscher aus Dortmund und Bochum untersuchen das Bienenprodukt derzeit auf seine Anti-Tumor-Wirkung. Ziel des Projekts ist es, ein Medikament gegen Neuroblastome zu entwickeln. Neuoblastome sind Tumore, die das Nervensystem schädigen und vor allem bei Kindern auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium sind sie oft unempfindlich gegenüber der … Weiterlesen

Gen-Mais muss weichen

Am Max-Planck-Institut in Köln wird in diesem Jahr doch kein genveränderter Mais angebaut. Und die Gen-Pflanzen in Borken müssen untergepflügt werden, so das Bundessortenamt

taz nrw, 18.05.2007 S. 2

taz nrw

Die öffentliche Kritik an genmanipuliertem Mais wirkt: Das Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPIZ) verzichtet dieses Jahr ganz auf den umstrittenen Gen-Mais Mon 810. „In diesem Jahr werden wir keinen gentechnisch veränderten Mais anbauen“, so MPIZ-Sprecherin Claudia Vojta zur taz. Auch in Borken muss der schon ausgesäte Gen-Mais bis Anfang kommender Woche untergegraben werden. Der vorgeschriebene … Weiterlesen

Kirche zieht Wachdienst ab

taz nrw, 16.05.2007 S. 2

Meldung taz nrw

Im Streit um die Kirchenbesetzung in Bielefeld hat die Evangelische Kirche den Wachdienst wieder abgezogen. Die Paul-Gerhardt-Kirche könne jetzt wieder frei betreten werden, bestätigte Besetzer Hermann Geller der taz. Die Marien-Kirchengemeinde hatte am Montag die Schlösser der Kirche ausgewechselt und einen Wachdienst eingesetzt (taz berichtete). Die Besetzer, die den Verkauf des Gebäudes verhindern wollen, ließen … Weiterlesen

Besetzer unter Druck

Bielefelder Gemeinde setzt Wachdienst gegen Kirchenbesetzer ein. Superintendentin überrascht

taz nrw, 15.05.2007 S. 1

taz nrw

Der Streit um die besetzte Paul-Gerhardt-Kirche in Bielefeld spitzt sich zu. Nach Angaben der Besetzer hat die örtliche Kirchenleitung gestern Morgen die Schlösser ausgetauscht und einen Wachdienst eingeschaltet. „Wir sind eingeschlossen worden“, sagte Besetzer Hermann Geller der taz. „Der Wachdienst lässt niemanden mehr ins Gebäude.“ Die Paul-Gerhardt-Kirche wird seit dem 25. März von einigen Gemeindemitglieder … Weiterlesen

100.000 mal erfasst

Die Polizei sammelt immer mehr DNA-Spuren. LKA: Kein Täter mehr sicher. Datenschützer sehen "Totalitarismus"

taz nrw, 11.05.2007 S. 1

taz nrw

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen sammelt immer fleißiger DNA-Spuren. Wie das Landeskriminalamt gestern in Düsseldorf mitteilte, wurde Ende April der 100.000te Datensatz aus Nordrhein-Westfalen in die bundesweite DNA-Datei beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden eingespeist. Rund 79.000 Datensätze stammen von Personen, 21.000 von Tatortspuren. Geht es so weiter, hat sich die Zahl der gespeicherten NRW-Daten seit 2005 bald … Weiterlesen

AM BEGINN DER MODERNEN ARCHÄOLOGIE

taz nrw, 10.05.2007 S. 4

Rezension taz nrw

Es ist nicht so bekannt wie Troja, Mykene oder Pompeji. Und trotzdem hat Haltern seinen Platz in der modernen Archäologie. Ab 1899 haben Archäologen dort im Dienste der Altertumskommission Westfalen ein Römerlager ausgegraben – und dabei Ausgrabungsmethoden verfeinert, die vorher unter anderem in Olympia unter Wilhelm Dörpfeld entwickelt worden waren. Bei der Ausgrabung der antiken … Weiterlesen

„Wir wollen Chaos kontrollieren“

Wie verbreiten sich Masern? Wie entwickelt sich ein Tornado? Cornelia Denz, Physikerin am neuen Center for Nonlinear Science in Münster, ist überzeugt: Solche komplexen Prozesse sind zwar schwer vorhersehbar, lassen sich aber dennoch beherrschen

taz nrw, 10.05.2007 S. 4

Interview taz nrw

taz: Frau Denz, ein Wirbelsturm und die Schwankungen am Aktienmarkt haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Sie behaupten das Gegenteil? Cornelia Denz: Richtig, beides sind Phänomene, die zunächst unberechenbar erscheinen. Beides sind Beispiele für komplexe Prozesse. Wir nennen sie „nicht-linear“. taz: Aktienkurse gehen dann in die Höhe, wenn die Nachfrage steigt. … Weiterlesen

Die Klima-Killer von Rhein und Ruhr

Braunkohle, Autos, Haushalte und Industrie stoßen in Nordrhein-Westfalen besonders viel Kohlendioxid aus

taz nrw, 05.05.2007 S. 2

taz nrw

Kohlekraftwerke: Die 50 Kohlekraftwerke haben in 2004 zusammen 160 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) produziert. Dabei gilt Braunkohle als der größte Einzelverursacher von CO2 in Nordrhein-Westfalen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz schätzt, dass Braunkohlekraftwerke für 30 Prozent des gesamten Kohlendioxidausstoßes in NRW verantwortlich sind. Allein die vier größten Braunkohlekraftwerke kommen auf 90 Millionen Tonnen CO2 … Weiterlesen

„Laumann will vom Mindestlohn ablenken“

Tariflohn in jeder Gaststätte reicht nicht, sagt Barbara Steffens, arbeitspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen

taz nrw, 04.05.2007 S. 2

Interview taz nrw

taz: Frau Steffens, im NRW-Gaststättengewerbe muss künftig Tariflohn gezahlt werden. Kann damit Lohndumping verhindert werden? Barbara Steffens: Teilweise. Weite Teile der Beschäftigten werden dadurch nicht erreicht. Denn nur die drei unteren Tarifgruppen und die Vergütung für Auszubildende sind überhaupt für allgemeinverbindlich erklärt worden. Beschäftigte in anderen Branchen bleiben sowieso außen vor. Deshalb brauchen wir einen … Weiterlesen

„Das erinnert an Castor-Transporte“

Der Protest gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Dortmund war ungewöhnlich heftig, sagt Historiker Holger Heith vom Archiv für soziale Bewegungen. Krawalle schadeten aber dem Ansehen in der Bevölkerung, warnt er

taz nrw, 03.05.2007 S. 1

Interview taz nrw

taz: Herr Heith, rund 2.000 Menschen haben am 1. Mai in Dortmund deutlich gemacht, dass sie keinen Nazi-Aufmarsch wollen. Sogar eine S-Bahnstrecke wurde sabotiert, um die Nazis an der Anreise zu hindern. Hat Sie das überrascht? Holger Heith: Ich war von der Heftigkeit des Protestes sehr überrascht. Ich hatte gehofft, dass viele Leute kommen. Das … Weiterlesen

taz auf Hochtouren in NRW

Neue Armut und die 1.000-Euro-Frage

taz nrw, 28.04.2007 S. 2

taz nrw

Das Ende der Arbeitsgesellschaft zu verkünden, ist in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit nicht mehr allzu überraschend. Seit die Mittelschicht letztes Jahr das Prekariat entdeckt hat, kann man es überall lesen: Ja, es gibt Menschen in Deutschland, die seit Jahren ohne Beschäftigung sind und es auf absehbare Zeit auch bleiben werden. Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind eben … Weiterlesen

Freudentag für freies Studium

An der Fachhochschule Düsseldorf lehnt der Senat Studiengebühren erneut ab. Die FH-Leitung kündigt "enorme Einsparungen" an. Studierende werfen dem Rektorat vor, Druck auszuüben

taz nrw, 26.04.2007 S. 2

taz nrw

Die FH Düsseldorf bleibt der Fels in der Brandung: Als einzige Fachhochschule in Nordrhein-Westfalen weigert sich die Landeshauptstadt-FH, Studiengebühren einzuführen. Am Dienstag Abend lehnte der Senat einen entsprechenden Antrag ab. Elf Senatsmitglieder stimmten in geheimer Abstimmung dagegen, sieben dafür. Bei den Gebührengegnern ist die Freude groß. In Nordrhein-Westfalen sind es außer der FH Düsseldorf nur … Weiterlesen

Staat will pieksen

Die Landesregierung prüft Zwangsimpfungen gegen Masernepidemie. Ärzte fordern, Kindergärten und Schulen besser zu kontrollieren und über die gefährliche Viruskrankheit aufzuklären

taz nrw, 20.04.2007 S. 1

taz nrw

Im Kampf gegen Masern schließt die Landesregierung Pflichtimpfungen nicht mehr aus. Angesichts neuer Masernfälle rät das NRW-Gesundheitsministerium den Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. Sollte die Quote in den nächsten anderthalb Jahren nicht steigen, muss laut Staatssekretär Stefan Winter über eine Impfpflicht nachgedacht werden. Deutschlandweit sind zur Zeit 93 Fälle von Masern gemeldet, in Nordrhein-Westfalen … Weiterlesen

Regimetreu bis zum Schluss

Die Düsseldorfer Polizei war tief in NS-Verbrechen verstrickt. Allein 700 Beamte waren Mitglieder einer SS-Division, sagen Historiker. Ein spektakulärer Aktenfund machte ihre Forschungsarbeit erst möglich. Sogar Yad Vashem ist interessiert

taz nrw, 19.04.2007 S. 4

taz nrw

Es war ein Zufallsfund: Ende der 1990er Jahre wurden bei Brandschutzbauarbeiten im Düsseldorfer Polizeipräsidium alte Akten entdeckt. Jahrzehnte lang lagen sie schon auf dem Speicher des 1933 fertig gestellten Polizeipräsidiums. Es handelte sich um Personalakten einfacher Polizeibeamter aus den Jahren zwischen 1919 und 1949, also von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus bis zur Gründung … Weiterlesen

Blatt unerwünscht

"Bild" wirbt an NRW-Unis. Studis: "Sexistische Zeitung"

taz nrw, 19.04.2007 S. 4

taz nrw

Die Werbeaktionen der Bild-Zeitung an NRW-Hochschulen stoßen bei Studierenden auf Protest. Anfang der Woche wurde an der Ruhr-Uni Bochum ein Bild-Werbestand zerstört, berichtete die Internetseite de.indymedia.org. Begründet wurde die Aktion mit den „populistischen und sexistischen Inhalten“ der Boulevardzeitung. Auch an der Uni Bielefeld gab es Protest: Laut bildblog.de rollten Studierende hinter einem Bild-Stand ein Transparent … Weiterlesen

Immergrüne Barbara

So mancher politische Gegner freute sich schon über ihren Abgang: Aber Kölns grüne Fraktionschefin will bleiben

taz nrw, 17.04.2007 S. 2

taz nrw

Geht sie jetzt oder nicht? Die Verwirrung war groß, nachdem die Nachricht durch einige Medien gegangen war: Barbara Moritz, Kölns grüne Fraktionschefin, die Architektin der ersten schwarz-grünen Koalition in der Domstadt, wirft das Handtuch. Prompt trudelten erste Glückwunschschreiben politischer Gegner ein, Tenor: „ehrenwert, aber überfällig“. Doch das war zu früh gefreut: Barbara Moritz will nicht … Weiterlesen

Klimaschützer werfen RWE Wortbruch vor

Weil RWE fünf alte Braunkohleblöcke zwei Jahre länger betreiben will, sehen Umweltschützer den Klimaschutz in Gefahr. Grüne: RWE hat Stilllegung schriftlich zugesagt. Landesregierung: Klimaschutzziele nicht gefährdet

taz nrw, 14.04.2007 S. 1

taz nrw

Mit Empörung haben Umweltschützer und Grüne auf die Ankündigung von RWE reagiert, fünf Blöcke im Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf bei Grevenbroich erst 2009 abzuschalten. „Das ist Wortbruch“, kritisiert der grüne Landtagsabgeordnete Reiner Priggen. „RWE hat mehrfach schriftlich zugesagt, für den Neubau von Braunkohlekraftwerken alte abzuschalten.“ Kohlegegner vor Ort fürchten jetzt die Folgen für Umwelt und Klima. „Wenn … Weiterlesen

Kampf für Windmühlen

Unternehmer haben keine Wahl: Sie müssen Mitglied in der Handelskammer werden. Ein Windkraft-Unternehmer aus Münster klagt jetzt. Er sieht seine Interessen nicht vertreten

taz nrw, 13.04.2007 S. 2

taz nrw

Thomas Siepelmeyer traute seinen Augen kaum: Da forderte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) doch tatsächlich, den Marktanteil erneuerbarer Energien nicht weiter zu erhöhen. Schwarz auf weiß stand es in der Presseerklärung des DIHKs, datiert vom 10. Januar 2007. Siepelmeyer war empört, und zwar aus gutem Grund: Der Diplom-Geologe aus Greven ist selbst Windunternehmer. Mit … Weiterlesen

FDP: Braunkohle wird diskriminiert

taz nrw, 11.04.2007 S. 2

Meldung taz nrw

Die FDP sieht die NRW-Braunkohle beim Klimaschutz benachteiligt. Die Regelung zu den Emissionszertifikaten, auf die sich die große Koalition vor Ostern in Berlin geeinigt hat, diskriminiere „den einzigen subventionsfreien heimischen Energieträger“, kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dietmar Brockes. Er forderte, nicht nur CO2, sondern alle klimaschädlichen Gase zu berücksichtigen. Jetzt räche sich, dass die … Weiterlesen

Qualmfrei lernen

Die FDP will das Rauchen an Schulen ohne Ausnahme verbieten. Suchtberater: Verbot allein reicht nicht

taz nrw, 11.04.2007 S. 1

taz nrw

Die FDP-Landtagsfraktion fordert ein absolutes Rauchverbot an Nordrhein-Westfalens Schulen. „In zahlreichen Schulen gibt es weiterhin Raucherecken und Lehrerzimmer, die völlig verqualmt sind“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Stefan Romberg. „Leider sind die Schulen nur zur Ferienzeit richtig qualmfrei.“ Seit 2005 gilt an den NRW-Schulen ein generelles Rauchverbot. Änderungen am bestehenden Schulgesetz sind laut Schulministerium … Weiterlesen

Berufsschule statt Universität

Studiengebühren schrecken ab: Nordrhein-Westfalens Hochschulen melden Rückgänge der Studierendenzahlen von bis zu 25 Prozent. Ausbildungsplätze werden dadurch noch knapper

taz nrw, 07.04.2007 S. 2

taz nrw

In Nordrhein-Westfalen leeren sich die Hörsäle. Zum Start des Sommersemesters melden viele Hochschulen einen zum Teil massiven Rückgang der Studierendenzahlen. Von ungefähr 15 Prozent weniger Studierenden spricht die Uni Bonn, an der Uni Duisburg-Essen sollen es sogar 25 Prozent, an der Uni Dortmund rund 20 Prozent weniger sein. Für Gegner von Studiengebühren „ein weiterer Beweis … Weiterlesen

jugendhaft

Resozialisieren statt wegsperren

taz nrw, 04.04.2007 S. 1

Kommentar taz nrw

Es ist leicht, sich über den Mord in der JVA Siegburg zu empören: Drei Jugendliche foltern einen Mithäftling zu Tode. Völlig unbehelligt, ohne dass irgendwer einschreitet. Die Staatsanwaltschaft und ein Untersuchungsausschuss sind derzeit mit dem Fall beschäftigt. Aber welche Konsequenzen sind aus Siegburg zu ziehen? Die Landesregierung hat sich dafür entschieden, straffällig gewordene Jugendliche künftig … Weiterlesen

Nicht allein im Heim

Die Landesregierung plant ein neues Heimgesetz: Alten- und Pflegeheime sollen nur noch unangemeldet kontrolliert werden. Experte: Deswegen darf nicht weniger geprüft werden

taz nrw, 03.04.2007 S. 1

taz nrw

Die Alten- und Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen müssen sich darauf gefasst machen, bald grundsätzlich nur noch ohne Voranmeldung kontrolliert zu werden. Das kündigte NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) gestern in Düsseldorf bei der Vorstellung der Eckpunkte für ein neues Landesheimgesetz an: „Die Zeiten, in denen Kontrollen vorher angemeldet wurden, gehen dem Ende entgegen.“ Laut dem derzeit geltenden … Weiterlesen

Nahverkehr kürzt Taschengeld

Der größte Verkehrsverbund in NRW überweist der Bahn aus Protest eine Million Euro weniger: Sie sei für Verspätungen und schlechte Qualität der Züge verantwortlich, sagt der VRR

taz nrw, 31.03.2007 S. 2

taz nrw

Geht es ans Geld, tut sich plötzlich was bei der Deutschen Bahn. Kaum hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) angekündigt, der Bahn AG ab dem 1. April eine Million Euro im Monat weniger zu überweisen, übt sich das Unternehmen in ungewohnter Selbstkritik: „Wenn wir unpünktlich sind, ist es das gute Recht der Verkehrsverbünde, das zu monieren“, … Weiterlesen

Rheintal will Ruhe

Die Rheinstädte beschweren sich über zunehmenden Bahnlärm im Rheintal. Der Bund muss die Modernisierung der Züge finanzieren, fordert die Bahn AG. Lärmgegner: Bahn macht, was sie will

taz nrw, 30.03.2007 S. 1

taz nrw

38 Rheinanlieger-Städte zwischen Köln und Mainz fordern mehr Geld für den Lärmschutz. „Das Tempo der Sanierung muss deutlich erhöht werden“, sagt Bonns Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD). Immer mehr Anwohner würden sich über den Zugverkehr im Rheintal beschweren. Bahn AG und Bundesregierung müssten mehr in Lärmschutz investieren und die Züge modernisieren. Außerdem sollten Betreiber mit lauten … Weiterlesen

Bürgerbegehren indirekt erlaubt

taz nrw, 29.03.2007 S. 2

Meldung taz nrw

Der Rat der Stadt Bedburg lässt über ein Bürgerbegehren abstimmen, das er zuvor selbst für unzulässig erklärt hat. Ziel des Bürgerbegehrens war es, den Kauf eines Gebäudes für das neue Rathaus – ein ehemaliger Supermarkt – rückgängig zu machen. Der Stadtrat hatte das Begehren am Dienstag als unzulässig abgelehnt, weil die gesetzlich vorgeschriebene Frist von … Weiterlesen

Bürger begehren ihre Klinik

Weil das Klinikum Krefeld Defizite macht, plant die Stadt den Verkauf. Gewerkschafter wollen das mit einen Bürgerbegehren verhindern. Sie fordern eine Kooperation mit dem Klinikum Duisburg

taz nrw, 28.03.2007 S. 2

taz nrw

Hans Jürgen Hilgers ist beunruhigt. Sein Unternehmen steht zum Verkauf. „Kein Mensch weiß, wie dann die Arbeitsverhältnisse sind. Und was ist mit dem Tarifvertrag?“, sorgt er sich. Hilgers ist Betriebsratsvorsitzender. Sein Betrieb, das ist das Klinikum in Krefeld. Es ist in städtischer Hand – noch. Denn die Kommune plant den Verkauf des defizitären Hauses. Anfang … Weiterlesen

Besetztes Gotteshaus

In Bielefeld soll aus einer christlichen Kirche eine Synagoge werden. Besetzer wollen den Verkauf stoppen

taz nrw, 27.03.2007 S. 2

taz nrw

Es könnte eine kleine kirchengeschichtliche Sensation werden. Eine christliche Kirche, die in eine Synagoge umgewandelt wird? Das hat es bisher nur ein paar Mal gegeben in Deutschland – und demnächst vielleicht auch in Bielefeld. Wegen Geldmangels will die dortige evangelische Kirche eines ihrer Gotteshäuser, die Paul-Gerhardt-Kirche, verkaufen. Interessiert ist die jüdische Gemeinde, die aufgrund der … Weiterlesen

schulsystem

Sommers Alleingang

taz nrw, 23.03.2007 S. 1

Kommentar taz nrw

Deutsche Politiker berufen sich gerne auf Vereinte Nationen und Völkerrecht. Aber nur, wenn es ihnen in den Kram passt. Wenn nicht, dann reagieren sie schnell wie George W. Bush und tun so, als ginge sie es nichts an, was bei der UNO diskutiert wird. So auch NRW-Schulministerin Barbara Sommer. Ungerührt hat die CDU-Politikerin die Kritik … Weiterlesen

Siegen schmiedet an Supermetall

taz nrw, 22.03.2007 S. 4

Meldung taz nrw

Forscher der Uni Siegen sind an der Entwicklung einer neuen Metallverbindung beteiligt, die extrem hohen Temperaturen von bis zu 1.400 Grad standhalten soll. Die Legierung, an der die Wissenschaftler mit Kollegen in Bayreuth, Magdeburg, Braunschweig und Bochum arbeiten, könnte in Kraftwerksturbinen, Flugzeugtriebwerken oder auch in automobilen Verbrennungsmaschinen eingesetzt werden.

Imker lernen Hummelzucht

taz nrw, 22.03.2007 S. 4

Meldung taz nrw

Die Universität Bonn bildet Imker zu Hummelzüchtern aus. Denn Hummeln seien in Gewächshäusern zum Bestäuben von Pflanzen besser geeignet als Bienen, teilte die Uni mit. Wegen des Klimawandels und weil die Verbraucher immer früher im Jahr Saisonfrüchte auf dem Tisch sehen wollten, müssten viele Obst- und Gemüsesorten in Gewächshäusern oder Folientunneln angebaut werden. Dort sind … Weiterlesen

Wälder warten auf Hilfen vom Land

Opposition: Landesregierung tut nach "Kyrill" zu wenig für den Wald. Minister Uhlenberg: Vorwürfe daneben

taz nrw, 21.03.2007 S. 1

taz nrw

Die Aufräumarbeiten in den NRW-Wäldern nach dem Orkan „Kyrill“ dauern noch an, da gerät Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) in die Kritik. Grüne und SPD werfen ihm vor, nicht genug Geld für die betroffenen Regionen bereitzustellen. Zudem verkaufe die Landesregierung das Sturmholz an die österreichische Firma Klausner und schade damit der NRW-Forstwirtschaft, kritisierte Johannes Remmel, umweltpolitischer … Weiterlesen

Neue Brötchengeber gesucht

Die Verbraucherzentrale NRW überlegt, sich auch von Unternehmen sponsorn zu lassen - weil das Land seine Zuschüsse kürzt. Die Unabhängigkeit von Konzerninteressen soll gewahrt bleiben

taz nrw, 20.03.2007 S. 2

taz nrw

Auf der Suche nach neuen Geldquellen wagt sich die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf unbekanntes Terrain vor: Ausgerechnet Unternehmen, sozusagen der Erzfeind, könnten die Arbeit der Verbraucherschützer finanzieren. In einem Projekt loten die Verbraucherschützer derzeit aus, ob das geht – ohne von den Geldgebern abhängig zu werden. Für die Verbraucherzentrale ist es auch eine Frage des Überlebens. … Weiterlesen

Elftausend gegen Giftmüll

taz nrw, 16.03.2007 S. 2

Meldung taz nrw

Gegen die geplanten Verbrennung von australischem Giftmüll in Nordrhein-Westfalen haben Umweltschützer 11.000 Unterschriften gesammelt. Gestern übergaben Umweltverbände die Unterschriften an Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU). Nordrhein-Westfalen dürfe nicht das Müllklo anderer Industrienationen werden, so die Umweltverbände. An der Aktion beteiligten sich unter anderen der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Coordination gegen Bayer-Gefahren sowie die Grünen … Weiterlesen

Unikliniken: Reform begrüßt

taz nrw, 15.03.2007 S. 2

Meldung taz nrw

Die neuen Pläne der Landesregierung zur Reform der Unikliniken kommen im Land gut an: Dass die Unikliniken nicht, wie in anderen Bundesländern, verkauft werden, findet die Zustimmung der Opposition. Die von Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gewünschte Privatisierung von Unikliniken sei damit „erst einmal vom Tisch“, so SPD-Fraktionsvize Marc-Jan Eumann. Die Grünen lobten die „Abkehr von … Weiterlesen

Uniklinik not for sale

Die sechs NRW-Unikliniken sollen unternehmerischer werden, sagt das Land. Verkauft werden sie aber nicht

taz nrw, 14.03.2007 S. 1

taz nrw

Die Universitätskliniken von Nordrhein-Westfalen sollen leistungsfähiger werden. Die Landesregierung will deswegen das Hochschulmedizingesetz reformieren. Noch vor dem Sommer werde ein entsprechender Gesetzentwurf im Landtag eingebracht, kündigte Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gestern in Düsseldorf an. Zum Jahresbeginn 2008 soll das Gesetz in Kraft treten. Verkauft werden die Universitätskliniken anders als in anderen Bundesländern nach den Plänen … Weiterlesen

PFT: Schärfere Gesetze gefordert

taz nrw, 14.03.2007 S. 1

Meldung taz nrw

Für härtere Umweltgesetze hat sich der Arnsberger Bürgermeister Hans-Josef Vogel (CDU) ausgesprochen. „Die Strafgesetze müssen auch tatsächlich abschrecken“, sagte Vogel. Eine Blutuntersuchung hatte ergeben, dass die Bürger der Stadt im Hochsauerlandkreis noch immer mit PFT belastet sind (taz berichtete). Im Sommer war die Industriechemikalie im Trinkwasser entdeckt worden. Als Verursacherin gilt eine Düngemittelfirma. Vogel forderte … Weiterlesen

Arnsberg schluckt auf

Eine Studie weist nach: Die Bevölkerung von Arnsberg hat ungewöhnlich viel PFT im Körper. "Kein Grund zur Panik", sagt Umweltminister Uhlenberg. Naturschützer werfen ihm "Verharmlosung" vor

taz nrw, 13.03.2007 S. 1

taz nrw

Die Einwohner von Arnsberg im Hochsauerlandkreis sind offenbar stark mit PFT belastet. Ein dreiviertel Jahr, nachdem die Industriechemikalie dort im Trinkwasser entdeckt worden war, sind erhöhte Konzentrationen im Blut der dortigen Bevölkerung nachgewiesen worden. Nach einer Studie, die NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) gestern in Arnsberg vorstellte, sind die entsprechenden Werte der PFT-Verbindung Perfluoroctansäure (PFOA) im … Weiterlesen

Ruhrgebiet schaut in die Röhre

Der Bau der Propylen-Pipeline von Rotterdam ins nördliche Ruhrgebiet ist geplatzt. Die Region verliert damit eines ihrer wichtigsten Industrieprojekte. Die SPD macht das Land verantwortlich

taz nrw, 23.02.2007 S. 2

taz nrw

Der Ministerpräsident war gerade dabei, seine Vision der Zukunft des Ruhrgebiets zu entwerfen. „Die Chemie bleibt eine wichtige Säule unserer Industrie“, sprach Jürgen Rüttgers am Tag nach dem Kohleausstieg im nordrhein-westfälischen Landtag. „Tausende von Arbeitsplätzen in der Metropolregion Ruhr“ könnten gesichert werden, wenn die Chemiestandorte Marl, Gelsenkirchen, Oberhausen, Duisburg, Moers und Köln endlich mit den … Weiterlesen