studiengebühren

Sanieren statt Studieren

taz köln / taz nrw, 16.05.2002, Nr. 99, S. 2

Kommentar taz köln taz nrw taz ruhr

NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler hatte sich das so schön vorgestellt: Während im CDU-regierten Baden-Württemberg seit Jahren Studiengebühren von 500 Euro bei Langzeitstudierenden eingetrieben werden, wollte sie sich profilieren mit Studienkonten. Auch hier würden Langzeitstudis zur Kasse gebeten – aber das Modell lässt sich trotzdem gut als „intelligent“, „flexibel“ oder „sozial verträglich“ verkaufen, weil die Studierenden sich die Zeit, in der sie kostenlos studieren, selbst einteilen können.

Doch die aktuelle Finanzkrise in NRW wirft möglicherweise alle schönen Behler-Pläne über den Haufen. Schröpft die Landesregierung die Studierenden tatsächlich mit 50 Euro und Gebühren für Langzeit- und Zweitstudium, dann steht NRW noch unsozialer da als das schwarz regierte Musterländle im Süden.

Sollten im bevölkerungsreichsten Bundesland, das auch noch von SPD und Grünen regiert wird, Studiengebühren eingeführt werden, gibt es kein Halten mehr. Dann wird Deutschland Studiengebührenland. Jetzt kommt es auf die Studierenden an.


Autor: Dirk Eckert