Studis gegen Stellenstreichung

taz köln, 04.05.2000, Nr. 1, S.2

Meldung taz köln

Rund 100 Studierende der Kölner Universität stellten in der vergangenen Woche ihren Rektor Jens Peter Meincke wegen seines Mitwirkens am „Qualitätspakt“ der Landesregierung zur Rede. Der „Qualitätspakt“ sieht die Streichung von 2.000 Stellen an den Hochschulen in NRW vor, davon 150 an der Uni Köln.

Die StudentInnen demonstrierten auf dem Albertus-Magnus-Platz, während sich der Rektor mit dem sogenannten Expertenrat beriet. Der von Landesbildungsministerin Gabriele Behler (SPD) einberufene „Expertenrat“ sollte festlegen, an welchen Standorten die Stellen gestrichen werden sollten.

Nachdem Meincke eine halbe Stunde mit dem „Expertenrat“ diskutiert hatte, kam er zu den Protestierenden. Noch stehe nicht fest, was die Experten dem Ministerium empfehlen würden, sagte er. „Wir wollen gerne Empfehlungen erreichen, die für uns günstig sind“, so Meincke. Die Studierenden quittierten seine Erklärung mit Pfiffen und Buh-Rufen. Sie wollen, dass die Hochschulleitung mit den Studierenden gemeinsam gegen die Streichungs-Pläne der Landesregierung Front macht. Rektor Meincke setzt dagegen auf Einigung mit der Landesregierung: „Wir wollen im Grunde erreichen, dass uns Empfehlungen gegeben werden, die unsere Universität optimieren.“

Von den bislang bekannt gewordenen Kürzungsplänen besonders betroffen ist die Pädagogische Hochschule (PH) der Universität. „Hier werden 31,5 Stellen gestrichen, das sind 16 Prozent der Gesamtstellen, und ganze Fachbereiche stehen vor dem Aus“, so Ute Böhm vom AStA der PH.


Autor: Dirk Eckert