Naturschutzgebiet Wahner Heide

taz köln, 24.12.2003, S. 1

taz köln

„Truppenübungsplatz und Naturschutzgebiet – das muss kein Widerspruch sein“, sagt Marco Schlaeger von der Regionalplanung der Bezirksregierung Köln. Weil die Militärs ihr Übungsgelände frei von Bäumen halten wollten, haben sie de facto die Wahner Heide erhalten. Gerade in den „Roten Zonen“ finden sich deshalb sowohl seltene Pflanzen und Tierarten wie auch militärische Altlasten. Selbst chemische Kampfstoffe werden auf dem Gelände vermutet.

Unter Naturschutz gestellt wurde die im Südosten von Köln gelegene Wahner Heide erstmals 1931. Wegen der militärischen Nutzung blieb das Gelände für Zivilisten lange gesperrt. Erst 1978 wurden wieder Besucher zugelassen, allerdings nur an den Wochenenden, zu vom belgischen Militär genau festgelegten Zeiten.

1990 gründeten Gegner des Flughafenausbaus das „Bündnis für die Wahner Heide“ (http://www.wahner-heide.com), dem unter anderem der BUND und die Grünen angehören. Nach Angaben des Bündnisses sind inzwischen rund 700 gefährdete Tier- und Pflanzenarten in der Heide, den Tümpeln, Bächen, Mooren, Bruchwäldern und Dünenlandschaften heimisch geworden. Das zweitgrößte Naturschutzgebiet von Nordrhein-Westfalen ist außerdem Vogelschutzgebiet und von der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU geschützt.

Um den Schutz der Wahner Heide dauerhaft zu gewährleisten, hat das Bündnis Wahner Heide dieses Jahr die Gründung einer Stiftung angekündigt. 10.000 Euro sind inzwischen zusammengekommen, ingesamt 50.000 werden benötigt.


Autor: Dirk Eckert