Alles, was EU ist

Das Europäische Dokumentationszentrum in der UB

philtrat, 30.09.1998, Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, nr. 24

philtrat

Seit 1992 gibt es das Europäische Dokumentationszentrum (EDZ) im Erdgeschoß der Universitätsbibliothek (UB). Die von Cornelia Linnartz geleitete Bibliothek ist eine von mehr als fünfzig Europäischen Dokumentationszentren in der Bundesrepublik. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es elf Bibliotheken mit solchen Zentren. Damit Wissenschaft und Forschung Zugang zu den Informationsmaterialien der EU bekommen, förderte das Wissenschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen die Einrichtung dieser Dokumentationszentren.

„Schon seit den sechziger Jahren gibt es in der Kölner UB den Sammelauftrag von Literatur zur Europäischen Union“ erläutert Linnartz. Bis 1992 sei diese Literatur im Magazin der UB gelagert worden. Seitdem steht sie in den zwei Räumen des EDZ, im Erdgeschoß der Uni-Bibliothek.

Alles, was in der Bürokratie der EU an Papier produziert wird, landet auch im EDZ in Köln. Verträge und Gesetze werden dort archiviert. In den Kommissionsblättern der EU-Kommission finden sich Entwürfe zu Richtlinien und Verordnungen. Sind diese erlassen, erscheinen sie im Amtsblatt der Europäischen Union.

Pro Tag kommen nach Angaben von Linnartz um die zwanzig BesucherInnen in das EDZ. Das gebe ihr die Möglichkeit, jeden und jede einzeln zu beraten und konkrete Hilfestellung zu geben. Im Laufe der Zeit habe es sich auch herumgesprochen, daß es das EDZ gibt, so Linnartz. So wachse die BesucherInnenzahl stetig an. Die StudentInnen kämen hauptsächlich von der Juristischen Fakultät und der WiSo-Fakultät, einige auch von der Philosophischen Fakultät. Auch Firmen und RechtsanwältInnen suchten das EDZ auf.

Das EDZ hat neben den 125 Zeitschriften zur EU auch diverse Literatur. Werden Bücher von der Europäischen Kommission in Brüssel herausgegeben, bekommt das EDZ sie kostenlos – mit der Auflage, sie öffentlich zugänglich zu machen. Die ca. 25 000 Bände im EDZ sind nach Sachgruppen geordnet und finden sich auch im Katalog der Universitätsbibliothek. Das EDZ hat seine Literatur elektronisch erfaßt. Damit ist es weiter als die UB, die an diesem Projekt noch arbeitet. Für EU-Dokumente hat das EDZ eigene Datenbanken aufgebaut. Auch im Weltweiten Netz können BenutzerInnen des EDZ auf Datensuche gehen. Zwei Internet-Anschlüsse stehen dafür bereit.

Mit dem gemeinsamen Markt von 1992 und durch den Beschluß zur Einführung des Euro hat die EU nach Ansicht von Linnartz an Bedeutung gewonnen. „Das schlägt sich auch im Vorlesungsverzeichnis der Uni nieder“, hat sie beobachtet. Immer häufiger würden an der Uni Veranstaltungen zur EU angeboten.

Das EDZ ist Montags bis Freitags von 9 bis 12 und Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Im Internet findet es sich unter http://www.ub.uni-koeln.de/ub/Abteilungen/edz/edzindex.htm . Bücher können nur über das Wochenende ausgeliehen werden.


Autor: Dirk Eckert