Zehn Stunden, um dem Papst zu entkommen

Die Weltjugendtag gGmbH rechnet mit bis zu einer Millionen Menschen, die den Abschlussgottesdienst mit dem Papst im August im Rheinland besuchen wollen. Ein Mobilitätskonzept will sie erst vorlegen, wenn der Bauuantrag durch ist

taz köln, 01.03.2005, S. 1

taz köln

Nicht nur die Frage, ob Papst Johannes Paul II. zum Weltjugendtag kommt, beschäftigt derzeit die Planer des Katholiken-Events, das im August das Rheinland zur Kultstätte adeln soll. Hinter den Kulissen muss der Veranstalter, die Weltjugendtag gGmbH (WJT), eine ganze Reihe organisatorischer Fragen klären. Eine „Herausforderung“, wie es WJT-Geschäftsführer Hermann-Josef Johanns ganz offen nennt, ist der Abschlussgottesdienst mit dem Papst. Allein 400.000 registrierte Pilger werden zu dem Großereignis erwartet. Wie viele noch dazu kommen, ist unklar.

Unter den Betroffenen sorgt diese Unsicherheit für einige Unruhe. In Frechen und Kerpen werden Stimmen lauter, die über mangelnde Informationspolitik der Weltjugendtag gGmbH klagen. Doch die Bevölkerung in Frechen und Umgebung muss sich wohl noch etwas gedulden. Ein Mobilitätskonzept könne erst vorgelegt werden, wenn der Bauantrag genehmigt sei, sagte Johanns der taz, da dieses auf den Bauantrag abgestimmt sein müsse. Die Baugenehmigung dürfte seiner Einschätzung nach frühestens Mitte März vorliegen.

Die WJT befinde sich aber „pausenlos“ in Gesprächen mit den zuständigen Behörden, versicherte Johanns. „Wir planen für mehr, als letztlich kommen“, sagte er. Kein Problem sei die Anreise der Pilger. Diese könnten Samstag, den 20. August, ab morgens über den ganzen Tag verteilt anreisen. Schwieriger werde die Abreise am Sonntag. Von 10 bis 12.30 Uhr soll nach derzeitigen Planungen die Heilige Messe mit dem Papst dauern. Danach reisen die Gläubigen ab. Bei einer Million Menschen dauere das acht bis zehn Stunden, so Johanns. Doch der Organisator gibt sich zuversichtlich: „Es ist machbar.“


Autor: DIRK ECKERT