„Kölncampus“ auf Sendung

Hochschulradio jetzt offiziell eröffnet. Auf 100,0 MHz gibt’s 24 Stunden lang was auf die Ohren, 4 davon live

taz köln, 02.05.2002, Nr. 98, S. 4

taz köln

100,0 heißt die Frequenz, die sich in Köln nicht nur Studierende gut merken sollten. Denn auf dieser Welle sendet ab sofort der Radiosender „Kölncampus“. 24 Stunden am Tag, davon vier Stunden live. Morgens von 8 bis 10 Uhr gibt es vor allem Aktuelles, am Abend, von 18 bis 20 Uhr, eher thematische Sendungen zu Kultur, Wissenschaft, Sport, Musik und Hochschulpolitik.

Zum offiziellen Start am Dienstag fanden sich dann auch reichlich Honoratioren ein: Universitätsrektor Tassilo Küpper ebenso wie sein Kollege von der Fachhochschule, Joachim Metzner. Alt-OB Norbert Burger ließ es sich nicht nehmen, mit Küpper und Georg Luppertz von „Kölncampus“ beim Eröffnungsfest auf dem Albertus-Magnus-Platz auf den roten Knopf zu drücken.

Sieben Jahre dauerte es, einen Trägerverein für das Campusradio aufzubauen. Dem gehören nun sieben Hochschulen und drei ASten an. Ein Programmbeirat kontrolliert die Redaktion. Die drei Studierenden im Beirat kommen im Moment nur von der Universität und gehören nur einer Hochschulgruppe an: den Unabhängigen. „Die anderen Hochschulen haben einfach keine Vertreter vorgeschlagen“, klagt Pressesprecher Arndt Schauer.

Um das Programm auf „Kölncampus“ kümmert sich eine zwanzigköpfige Redaktion. Sendefähig ist alles, was auch an den Hochschulen behandelt wird. Pflichtprogramm ist natürlich Hochschulpolitik. „Ein eigenes Magazin ist in Planung“, sagt Daniela Ziemann, die Leitende Redakteurin. Sonst kommt alles, was an der Universität passiert, im „Frührausch“, dem Morgenprogramm, vor. Da ist dann auch schon mal ein Dekan zu Besuch im Studio und streitet sich mit FachschafterInnen über den Raummangel an der Uni.

Finanziert wird das Radio von den Studierenden: 13 Cent gehen pro Semester vom Sozialbeitrag ab. Hinzu kommen sollen noch Gelder von Sponsoren. Werbung ist dem Radio vom Gesetz her untersagt. Die Studis, die „Kölncampus“ betreiben, arbeiten alle ehrenamtlich. Mitmachen kann prinzipiell jeder und jede. Doch wer mal das Studio in der Kerpener Straße gesehen hat, ahnt, dass das auch ein Platzproblem ist. In der kleinen Dachgeschossetage bemühen sich die RadiomacherInnen, möglichst viele Neulinge im Radiomachen auszubilden.

„Das beste Praktikum, das man machen kann“, wirbt Schauer. Nirgends kämen Studierende „so schnell in Verantwortung“, sagt der Student der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. „Das findet man später nirgends mehr.“ Einige Mitglieder der früheren „Campuswelle“ sind inzwischen nicht mehr an der Uni, sondern längst in den Redaktionen der großen Sender gelandet. Manche sind auch zu hören: Norman Matt etwa ist Moderator bei Eins live, Volker Janitz bei SWR3.


Autor: Dirk Eckert