Wochenmärkte feilgeboten

CDU und FDP wollen die freie Wochenmarktwirtschaft. Grüne und PDS sind entsetzt. Ein Fall von Klientelpolitik?

taz köln, 07.02.2002, Nr. 86, S. 4

taz köln

Jetzt also auch die Wochenmärkte. Was nicht niet- und nagelfest ist, will die bürgerliche Mehrheit im Kölner Rat privatisieren: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Organisation der Kölner Wochenmärkte schrittweise in private Hände zu legen.“ Diesen Antrag wollen CDU und FDP im Wirtschaftsausschuss der Stadt einbringen.Für „verfehlt und kontraproduktiv“ halten die Grünen diese Position. Die Stadt solle „ihrer ordnungspolitischen Funktion“ weiter nachkommen. Als Organisationsform befürworten sie einen Eigenbetrieb oder eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die als Aufsicht u.a. Transparenz gewährleisten und Monopolbildung verhindern soll.Jörg Detjen von der PDS warf CDU und FDP vor, nur ihre Klientel bedienen zu wollen. Den Preis hätten Marktbeschicker und Verbraucher zu tragen. Der Ratsherr fürchtet außerdem, dass ausländische und ältere Marktbeschicker benachteiligt würden.


Autor: Dirk Eckert