Uni-AStA holzt weiter

Nach den Personalmitteln streicht er der "Uniweiten Fachschaftenkonferenz" jetzt auch noch die Sachmittel

taz köln, 05.07.2001, N. 58, S. 4

taz köln

Völlig unbeirrt von Protesten aus den Fachschaften hat der AStA der Universität Köln seine Kahlschlagpolitik bei der „Uniweiten Fachschaftenkonferenz“ (Uni-FSK) fortgesetzt. Nach der Streichung der Personalmittel (taz köln berichtete) will er nun auch die Sachmittel der Uni-FSK beschneiden. Statt der geforderten 15.400 Euro soll die Uni-FSK nur 4000 Euro für ihre Arbeit bekommen.

Dabei hatten sich am 27. Juni mehrere Fachschaften im StudentInnenparlament der Universität eingefunden, um den AStA von seinem Vorhaben abzubringen. Daniel Klisch vom SprecherInnenrat der Philosophischen Fakultät zeigte sich empört: „Der AStA hat die Fachschaften nicht mal vorher informiert.“

„Ihr wollt die Uni-FSK loswerden“, warf Klemens Himpele von den Jusos dem AStA vor. Dessen Vorgehen sei eine „Frechheit“, die Mittelkürzung eine „Abschaffung hinten herum“. „Maßlos enttäuscht“ von der Tatsache, dass „in die Selbstbestimmung der Fachschaften eingegriffen wird“, ist Volker Elste von der Alternativen Liste.

Inzwischen schrieb der AStA einen Brief an die Fachschaften, um bestehende „Unklarheiten“ zu beseitigen. Darin stellte er den Fachschaften einen „Projektförderungstopf in Höhe von 10.000 Euro“ in Aussicht. Die Streichung der Personalmittel der Uni-FSK will der AStA nur als „Reduzierung“ verstanden wissen und deutet an, dass das AStA-Fachschaftsreferat wieder eingerichtet werden könnte.

Doch einige Fachschaften empfinden das als „Bevormundung“. In einem bisher unter anderem von den Fachschaften Romanistik und Philosophie unterstützten Protestbrief fordern sie den AStA auf, „die Selbstbestimmung der Fachschaften und auch der Uniweiten Fachschaftenkonferenz in vollem Maße anzuerkennen“.


Autor: DIRK ECKERT