Japanisch und Mathe für Eingewanderte

Internationale Schulen locken Fachkräfte und Unternehmen

Financial Times Deutschland, 26.09.2007, S. A4

Financial Times Deutschland (FTD)

Lange bleibt niemand an dieser Schule; Schüler wie Lehrer im Schnitt drei bis vier Jahre. Die Japanische Internationale Schule im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth ist eine Durchgangsstation für Kinder von Japanern, die für eine begrenzte Zeit bei einem japanischen Unternehmen in Düsseldorf arbeiten.

Mehr als 5000 ausländische Unternehmen gibt es nach Angaben der Stadt in Düsseldorf und Umgebung, darunter 450 aus Japan. Firmen wie Fuji oder die Bank of Tokyo-Mitsubishi haben hier eine Dependance. Mitsubishi Electric sitzt nicht weit entfernt in Ratingen. Niederländische Unternehmen machen mit 750 Firmen den größten Anteil aus. Aus den USA sind 450 Unternehmen vor Ort, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und China. Oft bringen sie ihre Angestellten mit, und häufig bringen diese ihre Familien mit.

Die Japanische Internationale Schule richtet sich nur an japanische Kinder. „Die Schule könnte auch in Japan stehen“, sagt Hubertus Cromme, der Koordinator für internationale Beziehungen der Schule. An der Schule gilt das japanische Schulsystem, sie untersteht dem japanischen Kultusministerium. Getragen wird die Japanische Internationale Schule von einem Schulverein, in dessen Vorstand Vertreter von Firmen wie Mitsubishi Electric Europe oder dem Biotechnologie-Unternehmen Kyowa Hakko sitzen.

Weltweit abgestimmte Lehrpläne

Noch schneller – im Schnitt fast alle drei Jahre – wechseln die Schüler der englischsprachigen International School of Düsseldorf, die 1968 gegründet wurde. Heute gehört sie zu einem weltweiten Netz von Schulen mit abgestimmten Lehrplänen. Der Wechsel fällt Schülern daher leichter. Die International School steht auch deutschen Kindern offen, die derzeit 17 Prozent der 950 Schüler stellen.

Auch Griechenland und Frankreich sind in Düsseldorf mit Schulen vertreten. Die Stadt hat ein griechisches Gymnasium, ein Lyzeum und eine Ergänzungsschule. Am französischen Lycée Français de Düsseldorf spricht ein Viertel der Schüler Französisch nicht als Muttersprache, sondern Deutsch oder auch Arabisch. Der Unterricht orientiert sich am französischen Schulsystem.

Die Industrie- und Handelskammer schätzt die verschiedenen Schulen. „Das ist ein weicher Standortfaktor“, sagt Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kammer. „Die gesamte französische Handelsdelegation ist vor einigen Jahren von Köln nach Düsseldorf gezogen – wegen der französischen Schule.“ Düsseldorf habe durch seine internationalen Schulen klare Vorteile gegenüber anderen deutschen Städten, sagt er.


Autor: Dirk Eckert