Als Köln noch Kolonie war

Mit "Köln in römischer Zeit" erscheint Band 1 der Kölner Stadtgeschichte. Für OB Schramma ein "Jahrhundertereignis". Finanziert wird das Projekt von Mäzenen aus der Kölner Wirtschaft

taz köln, 27.10.2004, S. 4

taz köln

Es war ein Termin so ganz nach dem Geschmack eines Oberbürgermeisters, den Fritz Schramma am Dienstag wahrzunehmen hatte. Der erste von insgesamt 13 Bänden, in denen die Kölner Stadtgeschichte komplett dargestellt werden soll, wollte der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Köln in römischer Zeit. Geschichte einer Stadt im Rahmen des Imperium Romanum“ heißt das schwergewichtige Werk, geschrieben hat es Werner Eck, Professor für Alte Geschichte an der Universität Köln. Die Stadtgeschichte ist auf insgesamt 13 Bände angelegt, die von der römischen Zeit über Mittelalter und Reformationszeit bis zu Kaiserreich, Weimarer Zeit, Nationalsozialismus und in die Gegenwart reichen. Die Bände werden allerdings nicht in dieser Reihefolge erscheinen, sondern immer sofort herausgebracht, wenn die Arbeit abgeschlossen ist. Wissenschaftlicher Herausgeber ist der langjährige Leiter des Historischen Archivs der Stadt, Hugo Stehkämper.

Für Schramma war es nicht weniger als ein „Jahrhundertereignis“, dass Band 1 nun erschienen ist. Mit den 13 Bänden werde Köln eine „ausführliche, wissenschaftliche“ Stadtgeschichte haben, lobte er, die „unvergleichlich“ ist. Über das Buch selbst gab es bei der Vorstellung im Historischen Rathaus nur Gutes zu hören. „Ein Buch, das nicht nur lesenswert, sondern auch lesbar ist“, meinte Schramma. Das Werk gehöre „in die Hand eines jeden Kölners, der lesen kann“, mahnte er. Dem stimmte auch Hansgerd Hellenkemper zu, der Direktor des Römisch-Germanischen Museums, der das Buch genauer vorstellte. In der Sprache „ungekünstelt“, sei es „ein Buch, das Köln braucht“. „Noch nie hat einer so ausführlich über das römische Köln geschrieben wie Werner Eck“, so Hellenkemper. Besonders hob er hervor, wie Eck Originalurkunden interpretiert.

Schramma ließ es sich nicht nehmen, noch mal auf eines der Highlights des Buches hinzuweisen: dass das Ubiermonument aus der Zeit von 4/5 n. Chr. stamme, Köln also älter sei als gedacht. Schramma hatte mit dieser Nachricht schon Ende August Schlagzeilen gemacht und ein „Römisch-Lateinisches Jahr“ mit Veranstaltungen in Köln angeregt.

Hellenkemper nahm dem Schrammaschen Vorstoß allerdings etwas die Spitze, indem er ergänzte, dass es auch noch andere Gelegenheiten zum Feiern gebe: 2006 könne die Ankunft des römischen Kaisers Konstantin in Köln gefeiert werden, der immerhin Deutz gründete. Oder im nächsten Jahr könne man an das Jahr 355 erinnern, als die Franken Köln erobert haben.

Für die „Stadtgeschichte“ muss die Stadt selbst übrigens nichts bezahlen. Finanziert wird das Projekt von Kölner Bürgern und Mäzenen. Auf Initiative des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins wurde eigens die Historische Gesellschaft gegründet, die wiederum ein Kuratorium hat, „zur finanziellen Unterstützung“, wie Schramma im Vorwort des ersten Bandes schreibt. Dessen Vorsitz hat Bankier Alfred Freiherr von Oppenheim inne, als weitere Mitglieder erwähnt Schramma namentlich Irene Greven, Helmut Heinen, Robert Perthel, Kölner Bank und Kreissparkasse. Schramma weiter: „Den übrigen Mitgliedern des Kuratoriums darf ich für ihren ideellen Einsatz danken.“

Werner Eck: Köln in römischer Zeit. Geschichte einer Stadt im Rahmen des Imperium Romanum. Greven Verlag Köln, 75 Euro, in Leder und Leinen 130 Euro. Auf die Gesamtausgabe der Stadtgeschichte gibt es bis zum 31.12.2005 15 Prozent Subskriptionsnachlass.


Autor: Dirk Eckert