SSK plant Hauskauf

Landgericht regt Vergleich an: Sozialistische Selbsthilfe Köln könnte die beiden Häuser am Salierring kaufen

taz köln, 08.04.2004, S. 1

taz köln

Gespannt verfolgten gestern rund 30 Anhänger der Sozialistischen Selbsthilfe Köln (SSK) den Prozess vor dem Kölner Landgericht. Es ging wieder einmal um die beiden Häuser der SSK am Salierring – eine von vielen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Besitzer. Bis in die Tür standen die Besucher, so dass der Richter zeitweise Mühe hatte, Ruhe in den kleinen Saal zu bekommen.

Mit dem Ergebnis der Verhandlung zeigten sich die SSKler dann aber zufrieden. Das Gericht hat Vergleichsverhandlungen angeregt, die Ende April stattfinden sollen. Dabei soll auch über den Verkauf der beiden Häuser an die SSK verhandelt werden. „Wir werden prüfen, ob und wie wir die beiden Häuser kaufen können“, bekräftigt ein Mitarbeiter der Sozialistischen Selbsthilfe gegenüber der taz. „Bei dem, was wir bisher an Miete gezahlt haben, hätten wir die Häuser schon längst kaufen können.“ Jetzt werde sich die SSK auf die Suche nach einer geeigneten Finanzierung machen.

Allerdings müsse der Kaufpreis schon „realistisch“ sein, fügt der SSK-Mitarbeiter hinzu. Verhandlungsgrundlage sei zwar laut Gericht der Grundstückswert beider Häuser, den dieses auf eine Million Euro beziffert habe. Zu berücksichtigen sei aber, dass der Eigentümer die beiden Häuser in bester Innenstadtlage seinerzeit deutlich billiger erworben habe – und mehr als dieser wolle die SSK auch nicht bezahlen.


Autor: Frank Überall / Dirk Eckert