„Kein böser Wille“

Dekan verteidigt Raumtausch für Fachschaften

philtrat, 31.12.2000, Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, nr. 38, S. 2

philtrat

Nach der Umwandlung eines Fachschaftsraumes im Philosophikum in einen Seminarraum hat der SprecherInnenrat der Philosophischen Fakultät Gespräche mit dem Dekanat über die Ausgestaltung des neuen Fachschaftsraumes im Kunsthistorischen Institut aufgenommen, den die Fachschaften von der Raumverwaltung als Ersatzraum zugewiesen bekommen hatten.

Inzwischen bedauerte Walter Pape, Dekan der Philosophischen Fakultät, gegenüber der philtrat die Art und Weise, wie die Fachschaften vom Verlust ihres Fachschaftsraumes erfahren haben. Der SprecherInnenrat hatte gegen Ende der letzten Semesterferien ein Fax der Raumverwaltung bekommen, in dem lapidar mitgeteilt wurde, dass die Fachschaften den Raum S85 im Philosophikum räumen müssten (philtrat nr. 36).

Die Raumverwaltung habe schon 1997 einen Blick auf den zweiten Fachschaftsraum im Philosophikum geworfen, erklärte Pape. Er selbst habe sich damals für den Erhalt des Raumes als Fachschaftsraum ausgesprochen.

Doch letztes Jahr hätte ihn die Raumverwaltung angesprochen, ob die Nutzung von S85 als Seminarraum möglich wäre, wenn die Fachschaften einen Ersatzraum bekämen. Dem habe er zugestimmt, erklärte Pape. Dass der Raumtausch dann so schnell angeordnet wurde, davon sei er auch überrascht gewesen. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn er an die Fachschaften hätte herantreten können. Für die Umstände entschuldige er sich, erklärte Pape.

Insgesamt glaubt Pape aber nicht, dass bei irgendeiner Seite „böser Wille“ im Spiel gewesen sei. Den Chef der Raumverwaltung, Potthast, nimmt er dabei ausdrücklich in Schutz. Der habe sich immerhin um einen Ersatzraum für die Fachschaften bemüht und sei in jeder Weise kooperativ.

Ob die Studentische Selbstverwaltung insgesamt genügend Räume an der Philosophischen Fakultät habe? „Natürlich nicht“, meint Pape. Aber es herrsche eben eine Mangelsituation, was Räume betrifft. Erst kürzlich sei etwa bei der Sinologie eine Berufung an fehlenden Räumen gescheitert. Pape berichtet auch von ProfessorInnen, die keinen Platz fänden, ihre Forschungsprojekte unterzubringen. So gesehen sei die Raumlage für die Fachschaften eben „relativ gut“.


Autor: Dirk Eckert