Propyläen-Weltgeschichte

Rezension der CD-ROM

philtrat, 30.04.1999, Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, nr. 28, S. 22

philtrat Rezension

In der Papierfassung umfaßt das Werk 10 Bände plus ein Ergänzungsband. Auf CD-ROM gepreßt umfaßt die Propyläen-Weltgeschichte nur eine silberne Scheibe. Dabei handelt es sich bei der Propyläen-Weltgeschichte um nichts weniger als um eine Universalgeschichte. In komprimierter Fassung wird die komplette Weltgeschichte präsentiert. Von HistorikerInnen werden solche Werke, auch als Handbücher bezeichnet, benutzt, um einen schnellen Überblick über eine bestimmte Zeit zu bekommen.

Die Originalausgabe der Propyläen-Weltgeschichte ist zwischen 1960 bis 1965 erschienen. Das Begleitheft der CD-ROM sieht in ihr den Versuch, „die geschichtliche Entwicklung von der Menschwerdung bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg nachzuzeichnen und zu analysieren“. Über den Erfolg und das Ergebnis dieses Projekts heißt es in bemerkenswerter Offenheit: „So konnte auch die Analyse der geschichtlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts oder gar der Nachkriegssituation in einer mitten im kalten Krieg geschriebenen Geschichte naturgemäß nicht so distanziert und ausgewogen ausfallen wie etwa die Darstellung der griechischen und römischen Welt.“

Außer der Originalausgabe, von Golo Mann, Alfred Heuß und August Nitschke herausgegeben, enthält die CD-ROM auch noch die beiden Ergänzungsbände „Summa historica“ sowie „Bilder und Dokumente“. Auch die bis 1985 weitergeführte „Universalgeschichte in Stichworten“ fehlt nicht. Während die Kapitel von „Vorgeschichte: Frühe Hochkulturen“ bis zu „Weltkulturen: Renaissance in Europa“ noch in Kapiteln zusammengefaßt sind, so sind die Jahre von 1505 bis 1985 einzeln aufgeführt, meistens unterteilt in Kapitel wie „Politik“, „Wirtschaft“, „Kultur“, Literatur“, „Musik“; Naturwissenschaft“ und „Technik“. Die „Stichworte“ wurden in einer eigenen Abteilung untergebracht.

Bei Bildern und Dokumenten finden sich Dinge wie Photos, Landkarten oder Urkunden. Oder, wie im 20 Jahrhundert, eine eigene Abteilung „Geschichte und Politik im Spiegel der Briefmarke“. Ergänzt wird das Ganze durch Abbildungen Landkarten und Faksimiles, die durch Anklicken auf Bildschirmgröße gebracht werden können.

Abgerundet wird die CD-ROM durch AutorInnen- und Literaturverzeichnis, auch die Abbildungsnachweise wurden übernommen. Auf das Register wurde verzichtet, denn schließlich hat die in der Reihe „Digitale Bibliothek“ erschienene CD-ROM eine eigene Suchfunktion.

„Eine kontinuierliche Lektüre solch eines Werkes“, also eines Handbuchs, heißt es bei Ernst Opgenoorths Klassiker Einführung in das Studium der neueren Geschichte, „ist ein relativ wenig ertragversprechendes Unternehmen“. Nicht nur, weil es Jahre dauern dürfte, das Mammutwerk zu lesen. Aufgrund den Mengen an „hochkonzentrierten Stoffs“ sei das Gedächtnis den Mengen nicht gewachsen.

Richtiger sei es nach Opgenoorth, Handbücher als Nachschlagewerk zu benutzen. Wo wir wieder bei der CD-ROM wären: Denn die hat eine Suchfunktion, und ist damit noch besser als Nachschlagewerk zu verwenden.

Digitale Bibliothek 14: Propyläen-Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte . Von den Anfängen bis zur Nachkriegszeit, DIREKTMEDIA Publishing, Berlin 1999, 99 Mark.


Autor: Dirk Eckert