Rettung in Sicht?

Düsseldorfer Gelder könnten Uni-Kompass aufhelfen

philtrat, 31.03.2001, Zeitung der StudentInnenschaft der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, nr. 39, S. 3

philtrat

„Wo ich auch nachgefragt habe, nie gab es eine richtige Antwort. Das Ministerium gibt kein Geld, die Uni hat kein Geld…“. So beschreibt Julia Lohrmann ihre Bemühungen, den Uni-Kompass zu sichern. Bis Anfang des Jahres war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Projekt Uni-Kompass, das in den Wochen vor Vorlesungsbeginn den ErstsemesterInnen den Einstieg ins Uni-Leben erleichtern soll. Inzwischen ist ihre Stelle gestrichen.

Es gehe doch nur um „geringe Summen“, meint Lohrmann. Von 65000 Mark im Jahr wurden beim Uni-Kompass sechs studentische Hilfskräfte und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. „Alle reden von Bildung, doch am Ende steht weniger Geld zur Verfügung als vorher“, beschreibt Julia Lohrmann ihre Erfahrung im Umgang mit Hochschulbürokratie und Landesregierung.

In der Tat: Als der Uni-Kompass mit dem letzten Semester auslief, fand sich zunächst niemand, der eine Weiterführung bezahlen wollte. Schließlich sagte die Philosophische Fakultät 10000 Mark zu, Dekan Walter Pape kündigte an, den Uni-Kompass fortführen zu wollen (siehe philtrat nr. 38).

So wird der Uni-Kompass jetzt von gerade mal zwei studentischen Hilfskräften betrieben – „zwei Männer“, wie Lohrmann bemerkt. Dabei sei der Uni-Kompass doch ein „erfolgreiches Projekt“ gewesen, blickt Lohrmann wehmütig zurück.

Dass die 10000 Mark der Philosophischen Fakultät nicht genug sind, weiss auch Susanne Couturier, Mitglied der Fakultätskommission für das Tutorienprogramm. Das reiche gerade für die Infostände, meint sie und nimmt kein Blatt vor den Mund: „Mehr geht damit nicht“.

Couturier hofft nun auf Gelder aus dem Programm Studienreform 2000+ des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Programm sollen Projekte wie der Uni-Kompass und Tutorienprogramme finanziert werden.

30000 Mark habe die Philosophische Fakultät für die Fortführung des Uni-Kompasses beantragt, berichtet Couturier. Zwar könne sie nicht sagen, „in welcher Höhe Gelder bewilligt werden“, aber dass Geld fließen wird, davon geht sie fest aus.

Das Geld aus Düsseldorf braucht der Uni-Kompass auch, um mehr als Infostände machen zu können. Couturier nennt die Kurse für Latinum und Graecum, Spanisch oder über das Internet. Auch das Englischangebot für ausländische StudentInnen – vorwiegend aus Osteuropa – hängt jetzt von den Geldern aus Studienreform 2000+ ab. Genau so wie die Lehrgänge in wissenschaftlichem Schreiben oder der Extra-Kurs Wissenschaftliches Schreiben für ausländische Studierende.

Wann die Mittel aus dem Programm Studienreform 2000+ verteilt werden, kann Couturier noch nicht sagen. Insgesamt stünden dem Uni-Kompass dann jedenfalls 40000 Mark zur Verfügung. Was grob gerechnet der bisherigen Summe abzüglich der Stelle von Lohrmann entspräche.

Deren Aufgabe war es, den Uni-Kompass ans Laufen zu bringen. Couturier geht ebenso wie Dekan Walter Pape davon aus, dass auf diese Stelle am ehesten verzichtet werden könne. Schließlich läuft der Uni-Kompass. „Wir sparen da, wo es den Studierenden am wenigsten weh tut“, meint Couturier.


Autor: Dirk Eckert